Politik

Was die Politiker alles verbocken

Die Medien müssen gestärkt werden, so meint die SPD. ironie In Zeiten wo die Springerpresse Gesetze bestellen kann, Bundespräsidenten absägt und selbst bestimmen kann, wer Presse ist und wer nicht. ist dies sicher genau das Richtige für die Wahl. /ironie

Steinmeier dazu: "Wir sind der Überzeugung, dass die reale Nutzung des Netzes zur legalen Nutzung werden muss."
Aha, also ist die derzeitige Nutzung keine legale? Wollen Sie das damit ausdrücken +Frank-Walter Steinmeier?

Um einen offenen Dialog anzutreiben, lädt die SPD ausgerechnet Springer Vorstandschef Mathias Döpfner zu ihrer heutigen Klausurtagung ein. Das  #leistungsschutzrecht  hat uns ja gezeigt, mit welchen "offenen" Mitteln Springer einen Dialog anstrebt.
Danke, SPD

http://www.heise.de/newsticker/meldung/SPD-Bundestagsfraktion-will-Rolle-der-Medien-staerken-1780570.html

SPD will stärkere Medien

Worum es geht
Bettina Wulff, Gattin unseres ehemaligen Bundeskanzlers, steht kurz vor der Veröffentlichung des Buches über ihr Leben. Inzwischen schreibt ja eh jeder C-Promi ein eigenes Buch...

... und wirbt mit Sex, Coolnes, Witz, Mitleid und dem eigenen Gesicht für sein ganz persönliches Meisterwerk der Schreibkunst (Ghostwriter sind schon arme Schweine). Doch eine hat einen ganz eigenen Weg eingeschlagen. Dabei sollte man eigentlich etwas Zurückhaltung erwarten. Bettina Wulff ist jedoch nicht zurückhaltend. Sie Verklagt derzeit Google wegen automatisch vorgeschlagenen Suchbegriffen und Günter Jauch weil er in seiner Sendung auf das Thema eingegangen ist. Vorausgenagngen sind mehrere Unterlassungserklärungen zahlreicher Blogger und Zeitungen.

...In den vergangenen Monaten hatten demnach bereits 34 deutsche und ausländische Blogger und Medien, darunter die Mediengruppe Österreich, Unterlassungserklärungen abgegeben. Mehrere Medienhäuser haben Schmerzensgeld in fünfstelliger Höhe zahlen müssen...

(Quelle: Spiegel.de)

Warum Google?

 


sugesstBei der Eingabe von Suchbegriffen versucht Google nun mit Suggest das Gesuchte vorweg zu errahten, um so weitere Tipparbeiten und eine falsche Suche zu vermeiden. Bereits beim Tippen werden die derzeitigen Trends vorgeschlagen. Bei der Eingabe von "Düren" wird beispielweise direkt "Dürener Nachrichten" vorgeschlagen. Die meisten Suchanfragen zielen demnach auf die Dürener Nachrichten ab. Google wertet das automatisch aus um folgenden Nutzern direkt die meistgesuchten Begriffe Vorzuschlagen.

Bei Bettina Wulff wurden also anscheinend sehr viele Suchanfragen nach "Bettina Wulff prostituierte" und "Bettina Wulf escort" abgeschickt - es sitzen also keine bösartigen Google Mitarbeiter in den Firmenräumen und schreiben bei jeder Suchanfrage nach Bettina die gemeinen Verleumdungen hintendran.

wulff

Genau das passt Bettina nun aber gar nicht. Sie möchte laut "Spiegel" die "Deutungshoheit über ihr Leben zurückerhalten". Dazu nutzt sie nun jedoch nicht, wie man es sauberer machen könnte, eine Positive Berichterstattung - sie will Google lieber gerichtlich zwingen die entsprechenden Suchvorschläge aus dem Index zu tilgen. Das ist beileibe ja auch wesentlich einfacher. Für positive Presse muss man ja aufwendig sorgen, den Suchindex kann man als "Promi" ja auch durch ein Telefonat beim Anwalt ändern. Danach ist die Welt dann bestimmt wieder heile - Denkste, die entsprechenden Vorschläge sind ja nicht per Zufall dort gelandet, sondern weil sie sehr oft gesucht wurden. Daran wird sich nichts ändern.

Zurück zum eigentlichen Grund dieses Beitrages:

Eines hat sich jedoch bereits geändert: Das bevorstehende Buch "Jenseits des Protokolls" von Bettina Wulff wird in jeder Redaktion und ethlichen Blogs aufgegriffen - da hat wer vorgewulfft. Wer mir das zum Geburtstag schenken möchte, wird meinen Kaninchen zum Frass vorgeworfen.

Nachtrag:
streisand

Durch den Streisand-Effekt spukt Google nun bereits viel früher die verunglimpfenden Vorschläge zu Bettina Wulff aus. Bereits die Eingabe von "Wul", steht "Wullf Bettina prostituierte" an dritter Stelle der meistgesuchten Vorschläge. Anstatt sich darüber aufzuregen, könnte sie es für etwas humorvolles nutzen:

http://www.karierter-blog.de/internet-blog/die-20-lustigsten-google-suchvorschlage/

Nachdem in Berlin zwei Terrorverdächtige gefasst wurden, schreien Innenminister Friedrich und Polizei-Gewerkschaftsvorsitzender Wittmann wiedermal nach der Vorratsdatenspeicherung.

Zwei Terrorverdächtige wurden verhaftet. Zur Verhaftung kam es, weil Händler die Polizei über den unüblich großen Einkauf von Chemikalien informiert haben. Die "Bedrohlichkeiten" des Internets hatten nix mit ihrer Erfassung zu tun.

Nun sind diese beiden Terrorverdächtigen ja erst ein mal nur verdächtigt.
Mich wundert, dass wieder keiner auf die Idee kommt, sie könnten eventuell unschuldig sein? Wo ist die Unschuldsvermutung hin?
Dank einschlägiger Zeitungsblätter mit ausgeprägtem Sinn für Spitzenjournalismus liest sich Terrorist inzwischen genau so wie Terrorverdächtiger. Der zweite Teil des Wortes wird bereits im Kopf ausgeblendet. Es ist ja so viel Schöner, zu glauben, dass da etwas dran ist.

Und wofür zum Donnerlittchen benötigte die Polizei zur Abwehr dieser Terror"verdächtigen" nun die Vorratsdatenspeicherung?

Macht jetzt mit und unterzeichnet die E-Petition:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=17143

Keine Verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung.
Kein Generalverdacht für alle Internetnutzer.
Keine Angst schüren lassen.
Freiheit statt Angst.

 

Ende November wurde von Thomas de Maizière (CDU) eine erhöhte Terrorgefahr prognostiziert (Terror? Nein Danke – Ich berichtete). Inzwischen ist viel Wasser die Rur herab geflossen, passiert ist jedoch zum Glück nichts. Anfang des Monats schränkte er seine Warnung zumindest etwas ein:

 

"Eine besondere Gefährdung für die Sicherheit in Deutschland wird nach abgestimmter Bewertung durch die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern in diesem Vorgang nun nicht mehr gesehen."

 

 

Die Gefahr eines Terroranschlages bestehe jedoch weiterhin. Darin ist sich de Maizière mit dem Innenminister aus Schleswig-Holstein, Klaus Schlie (CDU), einig.

Schlie warnt gleichzeitig vor einer Verharmlosung der Terrorgefahr:

 

"Es gibt weiterhin eine hohe abstrakte Gefahr für einen terroristischen Anschlag in Deutschland"

 

gab er in Kiel zum Besten.

 

So, neutrale Berichterstattung aus, meckermodus an:

 

Bundesarchiv B 145 Bild-F014928-0009, München, Staatsbesuch Vizepräsident von Zypern

Die Polizeipräsenz

 

wird also zurückgefahren.

Trotzdem wirkt die Aussage von Klaus Schie auf mich wie eine Aufforderung, bloß nicht zu wenig Angst zu haben. Was ich von der Terrorangst halte, hab ich in meinem Vorgängerartikel zu dem Thema ja schon gesagt: Wenns mich erwischt, erwischtes mich halt.

Fühlst du dich bedroht?
 

Die aktuelle Bedrohung

Ende November hat unser Bundesinnenminister de Maizière mit Verweis auf „sichere Quellen“ die Terrorgefahr als deutlich erhöht beziffert. Seit dem blieb eine Entwarnung aus.

Ob die Terrorgefahr noch besteht? Wer weis das schon. Ob sie jemals bestanden hat? Ach keine Ahnung.

Sicher ist, dass de Maizière mit seinem Ausruf der Terrorgefahr in eine schwierige Situation geraten ist. Er hat nun nurnoch zwei Möglichkeiten:

  • Die erhöhte Terrorgefahr wird als Beendet erklärt.

  • Die erhöhte Terrorgefahr wird weiter propagiert.

In beiden Fällen gibt es eine ziemliche Zwickmühle.

Sollte die Terrorgefahr heruntergestuft werden und es passiert doch etwas, alle Finger werden sich auf jenen richten, der Abstufung verkündet hat. Wird die Bedrohung jedoch weiter als gegeben angesehen, werden mit verstreichender Zeit ohne Vorfall die Kritiker mehr. Es kommt der Verdacht der Panikmache und Gefügigmache auf. Die Quellen und die Glaubwürdigkeit wird in Zweifel gezogen. Zweiteres ist, in meinen Augen, der Weg des geringeren Wiederstandes. Schließlich, so könnten böse Zungen behaupten, ist es leichter für Beweise zu sorgen, als mit dem Rücken zur Wand zu stehen und zu erklären warum nun doch etwas passiert sei.

150-hsasDie USA und ihr US Department of Homeland Security haben ein Warnsystem mit einer Ampel zur Sicherheitslage eingeführt.

Das ganze nennt sich "Homeland Security Advisory System". Die Ampel reicht von LOW über GUARDED, ELEVATED und HIGH bis zu SEVERE. Der derzeitige Status ist demnach angeblich ELEVATED.

Erstaunlich ist, daß eine Stufe SAVE gänzlich fehlt. Es rechnet also keiner damit das es nochmal Sicher werden könnte - beruhigend.