Das Indeland, ist jene Fläsche in der wir heute schon leben. So vermittelt es mir zumindest eine massive Werbekampagne, welche Bewohner der umliegenden Dörfer um den zukünftigen Restsee des Tagebau Inden II. Mit enormer Präsenz (nicht zuletzt durch finanzielle Zuschüsse für so ziemlich jede öffentliche Veranstaltung, welche danach fragt) versucht sich die Indeland GmbH in die Köpfe der Menschen einzubrennen. Das ist natürlich gar nicht so ungeschickt, generiert die Indeland GmbH dadurch ihren ganz privaten Sozialpatriotismus.

Zentraler Bestandteil des Indelandes soll der Indesee (oder Indescher Ozean) werden.

Nach Vorstellung der Indeland GmbH ein Motor und Tourismusmagnet des Indelandes. Dies verkauft sie natürlich auch kräftig, mit Zahlen zu erwahrteten neuen Arbeitsplätzen usw. Nun erklärte Indeland Chef Jens Bröker gegenüber der Aachener Zeitung auch warum das Indeland so erfolgreich sein wird. Einige seiner Ausführungen sind auch durchaus verständlich und nachvollziehbar. Ein ganz dickes Argument, verwendet er jedoch gegen sich selbst, so scheint mir: 

Warum braucht das Indeland eine Entwicklungsgesellschaft?
Bröker: Investoren schauen nicht auf kommunale Grenzen. Sie schauen in Räume. Sie interessiert, ob es dort ausreichend Gewerbeflächen gibt, wie die Infrastruktur aussieht, wie eine Region eingebunden und angebunden ist. Noch sind zu viele Einzelkämpfer unterwegs. Das hat aber keine Zukunft. Die grundsätzlich gute Kooperation im Indeland und die Koordinierung gemeinsamer Interessen ist ein echter Standortvorteil, den wir weiter ausbauen wollen. (Quelle: Aachener Zeitung)

Aha, Kooperationspartner wollen also genügend Gewerbefläsche. Warum, Herr Bröker, vernichtet die Indeland GmbH dann nachhaltig (richtig angewendet, ein tolles Wort) mögliche Gewerbefläsche durch eine Wasserwüste? Auf Wasser fahren keine LKW. Dort entstehen keine Industriegebiete und Einzelhandelsfläschen, keine Strassen, keine Wohnhäuser und keine Arbeitsplätze. 

Das alles kann sich nurnoch am Rand ansiedeln. Ob es das wirklich tut und wieviele (Saisong-) Arbeitsplätze entstehen, wir werden es sehen.

Ich freue mich auf weitere Interviews von ihm, so habe ich im Gefühl, er wird mir noch weiteren Stoff zum schreiben liefern.